Jugendamt – Kinder als Ware?

Benötigen Kinder und Jugendliche einen Jugendschutz vor dem Jugendamt? Mit dieser brisanten und traurigen Fragestellung beschäftigen sich die Dipl. Biologin Dagmar Neubronner und Michael Friedricht Vogt. Wer den Zugriff des Staates und die Umkehrung der Unschuldsvermutung zu Lasten der Eltern verstehen will, der kommt an die Sendung „Quer-Denker.TV“ aufgrund seiner dauerhaften Aktualität nicht vorbei.

Das System der Inobhutnahmen in Deutschland – von Thomas Saschenbrecker

Der Rechtsanwalt Thomas Saschenbrecker ist Experte für Psychiatrierecht und Betreuungsrecht und hat mehrfach Fach­aus­schüsse des Bundestages und diverser Landtage bei Gesetzes­ent­würfen beraten. In seinem fachlichen Vortrag im Jahr 2014 beleuchtete er kritisch die Themen Inobhutnahmen, Kindeswohl, Besuchsrecht, Heimunterbringung, Begutachtung, Familiengericht, Elternrechte und Jugendamt. Hierbei geht er unverblümt auf das System der Inobhutnahmen in Deutschland ein, indem er die Schwachstellen und Gefahren im Kinder- und Jugendhilfesystem aufzeigt und den behördlichen Umgang mit dem Begriff „Kindeswohl“ charakterisiert. Letztendlich kommt er zum Ergebnis, dass jede Familie „Opfer von Inobhutnahme“ in Deutschland werden kann.

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Vorwurf: Duisburger Jugendamt missachtet Eltern-Wahlrecht

Ein Träger der Jugendhilfe und seine Klientinnen werfen der Behörde vor, das Wunsch- und Wahlrecht von Eltern zu missachten.

In-Duisburg-werfen-Familien-diePaul-Detlef Künkes und einige Eltern, die er betreut, machen dem Jugendamt schwere Vorwürfe. Der Geschäftsführer der Sozialassistenz, einer gemeinnützigen UG mit Sitz in Neudorf, die Erziehungs- und Familienberatung anbietet, wirft der Stadt vor, das Wunsch- und Wahlrecht der Eltern nicht zu berücksichtigen und warnt vor einem „Klima der Angst“, das sich bei den Familien eingestellt habe. Die Behörde widerspricht den Anschuldigungen.

Eltern fühlen sich eingeschüchtert
Ende Januar reichte der Träger der Jugendhilfe einen Beschwerdebrief beim Jugendhilfeausschuss ein. Die Liste der Vorwürfe ist lang: Genehmigte Hilfen zur Erziehung seien einseitig durch das Jugendamt eingestellt worden, willkürlich würden Fachleistungsstunden ausgesetzt oder reduziert. Die Mitarbeiter träfen eine Vorauswahl von Trägern für die Beauftragung genehmigter Hilfen zur Erziehung. „Durch diese Vorgehensweise wird das ‘Wunsch- und Wahlrecht’ der Leistungsberechtigten gezielt durch das Jugendamt ausgehebelt“, argumentiert der Geschäftsführer. Mitarbeiter der Jugendbehörde würden Hilfeanträge nicht unterschreiben, wenn Eltern gerne mit der Sozialassistenz zusammenarbeiten möchten.

So sei es etwa im Fall von Gabriele Herrmann und Demet Candan passiert, die als alleinerziehende Mütter seit einigen Jahren unter Betreuung des Jugendamtes stehen. „Man hat mir gedroht, dass die Hilfen gekürzt werden, wenn ich nicht einen anderen Träger annehme“, sagt Demet Candan, die Mutter einer vierjährigen Tochter ist und bereits von Sozialpädagogen der Sozialassistenz betreut wurde. Gabriele Herrmann, alleinerziehend mit zwei Kindern, berichtet Ähnliches: Hilfen wurden beantragt und abgelehnt, sobald die Sozialassistenz ins Spiel kam.

Demet Candan sei zu Hilfeplangesprächen eingeladen worden, in denen überraschend drei Mitarbeiter des Jugendamtes saßen. „In dieser Situation fühlen sich die Eltern einfach überfordert und empfinden sie mehr als Einschüchterung als ein Hilfeangebot“, sagt Künkes. Familien würden zudem respektlos angesprochen oder unter Druck gesetzt. „Hierbei vergessen so manche Sozialarbeiter den richtigen Tonfall“, findet Künkes. Prekäre Lebenssituationen von würden durch lange Bearbeitungs- und Wartezeiten verschärft, „wodurch die Situationen in den Familien eskalieren“.

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Jugendamt schickt immer mehr Kinder in Heime: Träger machen Milliardenumsatz

„Immer mehr Kinder werden laut einem Bericht der „Welt“ von ihren Eltern getrennt und zu Pflegeeltern oder in Heime gebracht – sogar ins Ausland. Im vergangenen Jahr wurden demnach mehr als 48 000 Minderjährige von den Jugendämtern „in Obhut“ genommen.

Die Zahl der Kinder, die von ihren Familien getrennt und auf Staatskosten untergebracht werden, hat sich in den vergangenen Jahren beinahe verdoppelt. Sozialdienste, welche die Heime betreuen, verdienen derzeit allein an der stationären Unterbringung 9 Milliarden Euro.

2005 erfolgten etwa 26.000 „Inobhutnahmen“, wie die Welt unter Berufung auf eine noch unveröffentlichte Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) berichtete. 2014 waren es schon 48.000 Fälle.

Bei der Häufigkeit und den Kosten gibt es erhebliche Unterschiede zwischen den Bundesländern. „So treten in Niedersachsen nur fünf sogenannte Verfahren zur Gefährdungseinschätzung pro tausend unter 18-Jährigen auf, während es in Mecklenburg-Vorpommern knapp 17 Fälle und im Stadtstaat Bremen sogar 23 Fälle sind“, zitiert die Zeitung die Ökonomen.

Die Unterbringungskosten sind eklatant unterschiedlich – warum das so ist, dafür haben die Forscher keine Erklärung. Für ein Kind, das im Heim untergebracht wird, verzeichnet Nordrhein-Westfalen mit knapp 36.000 Euro pro Fall die höchsten Ausgaben, dicht dahinter folgt Niedersachsen. In ostdeutschen Ländern, aber auch in Schleswig-Holstein, Hamburg und Bremen sind die Heime deutlich kostengünstiger.

Das größte Problem sehen die Ökonomen im Jugendhilfeausschuss. Dieser hat den Status eines kommunalen Verfassungsorgans und fällt die Entscheidungen, über den finanzielle Rahmen und die Maßnahmen die gegenüber einem Kind und seiner Familie ergriffen werden. Das Problem ist, dass hier Behördenvertreter und Anbieter sozialer Dienste wie etwa die Diakonie, die Caritas oder die Arbeitgeberwohlfahrt, gemeinsam entscheiden, was mit einem Kind passiert.

„Freie Träger sind also an Entscheidungen beteiligt, die sie selbst betreffen – sie können dafür sorgen, dass sie selbst Aufträge erhalten“, mahnt das IW.

Allein die stationäre Unterbringung von Kindern bringt den Sozialdiensten Einnahmen von rund neun Milliarden Euro jährlich. „Vor diesem Hintergrund stimmen die hohen Wachstumsraten bei der Inobhutnahme mit 65 Prozent (seit 2005) und bei der Unterbringung in Einrichtungen mit 20 Prozent (seit 2008) bedenklich“, so die Studie.

Für die freien Träger sei es deutlich lohnender, wenn die Kinder in Einrichtungen untergebracht würden. Ob die Leistungen dann tatsächlich stattfinden und ob sie wirklich gut und zielführend seien, prüfe niemand, bemängelt das IW .“ *

* vergl. http://news.feed-reader.net/6494-jugendamt.html – NDR
* vergl. http://www.welt.de/politik/deutschland/article150385271/Das-Milliardengeschaeft-mit-den-Heimkindern.html

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In fremden Händen

Aus: Süddeutsche Zeitung; Heft 50/2015 Familie

„Jugendämter greifen zunehmend in Familien ein und bringen Kinder in Heimen oder Pflegefamilien unter. Manche Entscheidungen der Ämter sind verheerend – und wer einmal in die Mühlen geraten ist, kommt so leicht nicht mehr heraus. Sechs Leidensgeschichten.“  mehr

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Eine frohe Botschaft zum Weihnachtsfest

Vor fünf Wochen baten uns Großeltern vom Niederrhein um Beratungshilfe, da das Enkelkind in einem Heim untergebracht werden sollte. Zu diesem Zeitpunkt befand sich der Junge bereits in einer Kinderpsychiatrie. Den Antrag auf Fremdunterbringung beim Familiengericht begründete das Jugendamt mit einer Kindeswohlgefährdung im Haushalt der Großeltern. Dort lebte der Junge mit Einwilligung der alleinerziehenden Kindesmutter seit über ein Jahr. In der Begründung stellte das Jugendamt fest, dass die Großeltern psychisch und physisch krank seien und dass die Großmutter zudem krebskrank sei. Ebenfalls wurden Selbstmordgedanken beim Enkelkind in der Antragstellung genannt. In einem Auswertungsgespräch in der Kinderpsychiatrie konnte das Klinikpersonal keine Selbstmordgedanken beim Zehnjährigen beobachten. Durch Vorlage von Attesten konnten die Großeltern dem Gericht nachweisen, dass die genannten Krankheitsbilder nicht der Wahrheit entsprachen.

Dennoch stellte das Jugendamt in der Anhörung beim Familiengericht den Antrag auf Inobhutnahme in einer Heimgruppe. Als Begründung gab das Jugendamt an, dass eine zeitnahe Prüfung des Pflegekinderdienstes zum Ergebnis kam, dass die Großeltern als Pflegeeltern nicht geeignet seien. Aus diesem Grunde könnte der Lebensmittelpunkt des Enkelkindes nicht bei den Großeltern zugestimmt werden. Da das Gericht eine Kindeswohlgefährdung bei den Großeltern nicht ausreichend erkennen konnte, wurde das Enkelkind am Folgetag vom Familiengericht persönlich angehört. Nach der Anhörung kam das Gericht zum Ergebnis, dass der Junge nach seiner Klinikentlassung wieder bei den Großeltern leben darf.

Die Klinikentlassung ist am 23. Dezember 2015.

Gemeinsam mit der Familie B. freuen wir uns über das gemeinsam erreichte Ergebnis, zumal die Familie ohne Anwalt auskommen musste. Der gesamten Familie wünschen wir nun ein frohes und außergewöhnliches Weihnachtsfest 2015.

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Tatort Kinderheim: Ein Untersuchungsbericht von Hans Weiss

Im September 2012 vtatorteröffentlichte der Autor Hans Weiss schockierende Vorfälle in Kinderheimen und Internaten in Österreich. Rund 11.000 Kinder lebten bis Mitte der 1980er Jahren in Pflegefamilien, Wohngemeinschaften, Heimen und Kinderdörfern. Durch sorgfältige Recherchen konnten konkrete Berichte und Fälle von Folter, Vergewaltigung und Missbrauch statt liebevolle Erziehung zusammengetragen werden. Wer sich wehrte, kam in die Kinderpsychiatrie. Die aufrüttelnde Reportage über ein großflächiges Verbrechen gegen die Menschlichkeit lässt nur erahnen, welche Schicksale Kinder in Österreich und in Deutschland erleiden mussten.

In der Zeit von 1949 – 1975 lebten etwas 700.000 – 800.000 Kinder und Jugendliche in deutschen Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe.

Das die Opfer von Damals heute bei den mitverantwortlichen Aufsichtsbehörden einen Antrag auf Wiedergutmachung einreichen müssen, ist kaum nachvollziehbar. Bildlich gesehen verhält es sich so, als wenn man das Lamm wieder zum Wolf treibt.

Wer sich kritisch mit den stationären Hilfen zur Erziehung und deren Aufsichtsbehörden auseinandersetzen will, kommt an dieses Buch nicht vorbei.

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Erfolgreiche Teilnahme an den United World Games 2015

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Immer wieder lernen wir junge Menschen kennen, die keine Freude am Sport oder an einem Vereinsleben haben. So auch Mark (Name verändert), der bis zum 12. Lebensjahr wenig Interesse an einem Sportverein zeigte. Im Umgang mit Mark erkannten wir schnell, dass er eigentlich gerne Feldhockey spielen würde. Da er jedoch Unsicherheiten im Umgang mit anderen Menschen zeigte, suchten wir mit ihm einen passenden Sportverein und begleiteten ihn intensiv bei den Trainingseinheiten.

Seit Ende 2014 spielt Mark Feldhockey beim DSC Preußen. Da er mittlerweile recht erfolgreich spielt, erhielt Mark vom Verein die Einladung zur Teilnahme an den United World Games in Klagenfurt (Österreich).

Die United World Games gelten als die Olympischen Spiele für Kinder und Jugendliche und werden einmal im Jahr in Klagenfurt ausgerichtet. Auch in diesem Jahr traten ca. 6.000 Kinder aus über 30 Nationen in verschiedenen Sportarten wie Fußball, Hockey, Tennis, Badminton, Volleyball usw. vom 18. – 21. Juni 2015 gegeneinander an. Es waren allein über 90 Hockeymannschaften aus der ganzen Welt vertreten.

Mark absolvierte 6 Spiele gegen Mannschaften aus England, Indien, Belgien, Österreich und Frankreich und belegte mit seinem Verein in der Gesamtwertung den 5. Platz.

Neben den Spielen blieb aber noch ausreichend Zeit, Klagenfurt in kleinen Gruppen zu besichtigen, zum Feiern und natürlich auch für das Kennenlernen anderer Kinder und Jugendlicher aus fremden Ländern. Die Unterhaltungen wurden hauptsächlich in Englisch geführt. Mark berichtete, dass es insgesamt eine tolle Kameradschaft unter den Teilnehmern gab.

Für Mark waren die United World Games eine großartige Erfahrung. Ihm hat die Veranstaltung großen Spaß gemacht und er möchte bei den United World Games im nächsten Jahr auf jeden Fall wieder dabei sein.

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Ein überraschender Anruf aus Österreich

Vor zwei Jahren rief uns Frau H. aus NRW an und teilte uns mit, dass ihr 16-jähriger Sohn ein Drogenproblem habe und wiederholt die Realschule verweigern würde. Hilfe vom Jugendamt würde sie nicht erhalten, da das Jugendamt eine Zuständigkeit von sich weisen würde.

Nach wenigen Wochen gelang es uns bei der zuständigen Jugendbehörde einen Antrag auf Hilfen zur Erziehung zu stellen. Mit unserer Fachpsychologischen Eingangsdiagnostik fanden wir schnell die Ursachen der Familienproblematik heraus. Ebenfalls fanden wir heraus, dass der Sohn eine Oma in Österreich hat, die er schon als Kind liebte.

Eine Trennung von der Herkunftsfamilie in NRW kam für den Sohn zunächst nicht in Frage. Infolgedessen folgten mehrfache Krankenhausaufenthalte mit lebensbedrohenden Situationen. Eine anschließende fachpsychologische Moderation half Verlustängste und Trennungsängste zu vermindern, so dass ein Umzug nach Österreich umgesetzt werde konnte.

Mit dem überraschenden Anruf aus Österreich erfuhr ich, dass der inzwischen Volljährige eine Arbeitsstelle bei seinem Onkel gefunden und mittlerweile den Führerschein erworben hat.

Chapeau !

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Düsseldorfer Verwaltungsgericht bestätigt das „Wunsch und Wahlrecht“ der Eltern

Vor einigen Wochen fand ein verwaltungsgerichtliches Verfahren in Düsseldorf gegen eine Jugendbehörde statt. Klägerin war eine alleinerziehende Mutter, der man ambulante Hilfe zur Erziehung durch die Sozialassistenz verweigerte. Grund der behördlichen Verweigerung war die behördliche Annahme, dass ein Jugendamt den Eltern als Leistungsberechtigen den Hilfeträger vorgeben kann.

In aller Deutlichkeit schloss sich der Vorsitzende des Verwaltungsgerichtes der Auffassung der Kindesmutter an, dass das Jugendamt das Wunsch- und Wahlrecht zu respektieren habe und eine Beauftragung ihres Wunschträgers nicht verweigern könne, soweit keine sachlichen Gründe entgegenstehen.

Wenn auch Sie unsere Leistungen in Anspruch nehmen möchten, dann verweisen Sie einfach auf § 5 „Wunsch- und Wahlrecht“ gemäß Sozialgesetzbuch VIII.